Tobias Sylvester Vierneisel: Die Ratten von Bonn

Die Ratten von Bonn

Ausstellungsbild ZoomBonn 2018

Ich saß gerade in meinem Atelier und hantierte an meinem Tisch mit Farben, fluchte über die Kälte in der alten Halle und eine anstrengende Woche als ich ein Geräusch hörte. Ein Rascheln und Knistern. Ich drehte mich herum und bemerkte eine Bewegung in einer Mülltüte etwas entfernt von mir. Die Ratte war wieder da und zwar griffbereit in der Tüte. Sie hatte aus Verzweiflung Teelichter samt Alu-Hülle gefressen und jede Rattenfalle gekonnt gemieden.

Seit Monaten sah man immer wieder einzelne Ratten, wenn es denn mehrere waren. Was jetzt, dachte ich mir? Das Viech muss endlich weg und die Situation erschien mir perfekt. Ich stand leise auf, griff nach einer Graffiti-Spray-Dose neben mir; ein schönes helles Blau und pirschte mich leise ran. Ich hielt die Dose mit gedrückter Kappe direkt in die Mülltüte und lies den ganzen Schwall Farbe raus.
Natürlich entkam der kleine Nager. Ratten sind zäh und flink. Aber, und das ist das, was zählt! Sie kam nie wieder.

So entstand in meinem Kopf die Geschichte um die Ratte Siggi aus Bonn. Zugedröhnt von den Farbdämpfen und aufgedunsen durch die vielen verspeisten Teelichter zieht er seit unserem Zusammentreffen durch Bonn und trifft dabei auf den drahtigen Pauke, der alles ist – nur nicht normal. Die zwei Bonner Ratten treffen einen gemeinsamen Entschluss: Sie wollen eine Punk-Band gründen. Ihr Name: Die Ratten von Bonn

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